SBB Deutscher Alpenverein
Sächsischer Bergsteigerbund

DAV
Sächsischer Bergsteigerbund    


Ehrenmitglieder des SBB

Dietmar Heinicke

Dietmar Otto Heinicke

* 26.09.1936 in Dresden

Das elterliche Haus fiel den Bomben vom 13.02.1945 zum Opfer und bis 1947 wird für Dietmar Heinicke Radebeul zum Wohnort. 1954 macht er sein Abitur und beendet 1958 sein Ingenieurstudium an der Fachschule für Chemie in Dresden. Von 1958 bis 1991 ist er im größten Betrieb der Dichtungsindustrie der DDR beschäftigt. Dort übt er verschiedene Leitungsfunktionen aus. Von 1962 bis 1984 war er mit Katrin, geb. Clauß verheiratet. 1962 wird Sohn Falk geboren. Sein Vater Otto und sein Sohn Falk waren bzw. sind ebenfalls begeisterte Kletterer.
Ab 01.06.1953 ist er Mitglied des DTSB und der BSG Empor Dresden-Löbtau. Von 1954 bis 1960 ist er Mitglied des „T.C.Schweifsterne 1915“, dessen Vorsitzender er in genannter Zeit ist. Ab 01.01.1959 gehört er der „SG Dynamo Dresden (später SG Dynamo Elbe Dresden) an und ist seit 1986 Mitglied im „CC Monolith 83“. Seit 15.05.1990 ist er Mitglied des SBB.
Dietmar Heinicke hat an über 1000 Erstbegehungen teilgenommen, davon über 300 im Vorstieg bzw. in geteilter Führung und über 700 im Nachstieg. Sein Lieblingsgipfel ist der Schiefe Turm, den er 121mal bestiegen hat, davon 109mal im Vorstieg und 14mal allein. Sein Lieblingsklettergebiet ist das Bielatal mit seinen bizarren Felsgestalten.
Frühzeitig übernahm er ehrenamtliche Pflichten und Aufgaben im Bergsteigerverband, so unter anderem 1958 in der Fachkommission Felsklettern Dresden und in der Arbeitsgruppe „Neue Wege“. Von 1960 bis 1964 leitete er den Arbeitsausschuss „Erfassung unbeschriebener Klettergipfel im Elbsandsteingebirge“. Das Ergebnis: 613 Klettergipfel, darunter 215 „Hierüber-Gipfel“, wurden erstmals beschrieben und im Kletterführer 1965 veröffentlicht.
Seit 44 Jahren ist er Leiter des Autorenkollektives „Kletterführer Sächsische Schweiz“. Unter seiner Federführung und wesentlicher Mitarbeit entstanden die sächsischen Kletterführerausgaben von 1961, 1965, 1981/82, 1984/85, 1991, 1999 -2003 sowie zwei Ausgaben „Kletterführer Böhmische Schweiz“ (1976,1979). Darüber hinaus ist er Mitautor von vier Ausgaben „Kletterführer Zittauer Gebirge und andere Klettergebiete Sachsens“. Diese Kletterführer wurden europaweit gewürdigt und anerkannt, denn sie stellen eine fast unglaubliche, ihresgleichen suchende Lebensleistung dar.
Seit 1996 arbeitet Dietmar Heinicke ob seines großen Wissens und seines engagierten und fachkundigen Einsatzes für die Interessen der sächsischen Bergsteiger in der Arbeitsgruppe „Bergsportkonzeption“ mit und ist darin der Sprecher des SBB. Diese Konzeption stellt einen Markstein des Sächsischen Bergsteigens dar, denn darin sind alle Klettergipfel der Nationalparkregion einzeln bewertet und in die gesetzlich verankerte Liste bekletterbare Felsen aufgenommen worden. Sein lebenslanges Wirken – verbunden mit mehreren Generationen sächsischer Bergsteiger - ist das wesentliche Unterpfand für den Rang und die Bedeutung, den das sächsische Freiklettern weltweit heute einnimmt. Die Interessengemeinschaft Sächsisches Bergsteigergeschichte, in der er seit 1993 aktiv mitarbeitet, wählte ihn zu ihrem stellvertretenden Leiter.

Zahlreiche Ehrungen für seine jahrzehntelange engagierte Arbeit für den Klettersport hat Dietmar Heinicke erhalten, darunter die goldene Ehrennadel des DTSB im Jahr 1962, die goldenen Ehrennadel des DWBO im Jahr 1966 und die goldene Ehrennadel des SBB im Jahr 2000. Die sicher höchste Auszeichnung für ihn ist die Ernennung zum Ehrenmitglied des SBB im Jahr 2004.

 

 


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