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Deutscher Alpenverein Sächsischer Bergsteigerbund
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Friedrich Petzold „Fritz“
* 08.08.1902 in Dresden
† 25.02.1986 in Dresden
Friedrich Petzold besuchte von 1909 bis 1917 die XIV. Bürgerschule in Dresden-Löbtau und nahm anschließend die Bäckerlehre auf, die er 1920 abschloss. Von 1920 bis 1928 arbeitete er als Bäckergeselle, unterbrochen von Arbeitslosigkeit, in verschiedenen Betrieben. Von 1925 bis 1930 besuchte er an der Dresdner Volkshochschule verschiedene Kurse über Wirtschaft, Politik und Naturwissenschaften.
In den Jahren 1928/29 erfolgte eine berufliche Umschulung zum Schuhmacher. Von 1929 bis 1976 war er selbständig mit einer Schuhreparaturwerkstatt in Dresden-Löbtau tätig.
Friedrich Petzold heiratete am 04.07.1935 Welly Petzold. Am 18.03.1942 wurde Sohn Klaus geboren.
Er war Gewerkschaftsmitglied von 1917 bis 1933, Mitglied der SPD von 1922 bis 1946 und Mitglied der SED von 1946 bis 1986.
Sportlich betätigte er sich im Arbeiter-Turnverein Dresden Löbtau von 1917 bis 1919 und im Wanderklub „Unter uns“ in den Jahren 1919/20.
Von 1920 bis 1986 war er Mitglied im Touristenklub Berglust 1906 (TKB 06). In diesem Klub nahm er von 1926 bis 1931 das Amt des Tourenwartes und Festausschussvorsitzenden wahr und war Obmann und Vorsitzender in den Jahren von 1931 bis 1956 (im Jahr 1933 sechs Monate unterbrochen durch Gleichschaltung).
Dem SBB gehörte er von 1920 bis 1945 an. Er war 1943/44 Vorstandsmitglied des Bundes bzw. versah das Amt eines stellvertretenden Beiratsführers unter dem Kriegsstellvertreter Johannes Thumm. Weiterhin war er auch Mitglied in der Sektion Wettin Dresden des DÖAV in den Jahren 1933 bis 1945.
Nach dem Zusammenbruch 1945 war er im Jahr 1946 in der Antifaschistischen Touristenbewegung (ATB) und von 1946 bis 1947 in der Einheits-Touristen-Bewegung (ETB) als Obmann bzw. Vertreter für Seilschaften (Kletterklubs) tätig.
Das Amt des dritten Vorsitzenden und Obmannes/Spartenleiters für Seilschaften nahm er von 1947 bis 1948 bei den Natur- und Heimatfreunden Dresden, Sektion Wandern und Bergsteigen, wahr. Von 1948 bis 1949 war er Vorsitzender der Gruppe Dresden-Löbtau der Natur- und Heimatfreunde. Es folgte das Amt des Geschäftsführers und Spartenleiters Bergsteigen bei der SG Dresden-Löbtau, Sektion Touristik, Sparte Wandern und Bergsteigen, in den Jahren 1949 bis 1951. In den Jahren 1951/52 Weiterführung des Amtes unter dem Dach der BSG Konsum Dresden-Löbtau und von 1952 bis 1976 unter BSG Empor Dresden-Löbtau, Sektion Touristik/Wandern und Bergsteigen. Unter letztgenannter BSG war er bis 1957 auch Leiter für Touristik in der Säule Empor der DDR.
Friedrich Petzold hatte mit viel Idealismus und einem großen organisatorischen Talent das Klubleben im TBK 06 im Zeitraum 1925 bis 1956 auf einem hohen Niveau entwickelt (Vorträge, Festzeitschriften, Stiftungsfeste usw.). Seine guten Freunde waren „Schorch“ Habicht, Johannes Thumm, Paul Gimmel, Kurt Kämpfe, Hanns Herzing, Albert Goldammer, Willy Ehrlich und weitere Mitglieder oder Ehrenmitglieder der Berglust 06.
Zwischen 1933 und 1944 verbesserte er unter Johannes Thumm die Arbeit der Abteilungen und Ausschüsse des SBB und erhöhte das kulturelle Niveau z.B. durch Berglertreffen. Er versuchte auch den Einfluss NSDAP-höriger Bergfreunde zu verringern.
Nach 1945 sorgte Friedrich Petzold für die Zulassung der Bergsteigerklubs als Seilschaften und verhinderte in der Folgezeit immer wieder, dass von ehemaligen VKA-Mitgliedern geforderte Verbot der alten Bergsteigerklubs und des Chores „Bergfinken“. Er führte dazu wiederholt Vorsprachen beim russischen Stadtkommandanten und sandte Denkschriften an übergeordnete sportliche und politische Organe.
Im Rahmen seiner Verantwortlichkeiten in der ETB/Natur- und Heimatfreunde Dresden und später Empor Löbtau organisierte er mit vielen alten und jungen Bergfreunden trotz manchen sportpolitischen Behinderungen Vorträge, Veranstaltungen, Veröffentlichungen, Einsätze und Bergfahrten in die Alpen und andere Hochgebirge. Dazu zählten Berglertreffen, Sommer- und Wintersonnenwenden, Oktoberfeste, Faschingsveranstaltungen, Herausgabe von Werbeschriften und Jahrbüchern für Touristik, naturkundliche Arbeitsgemeinschaften, Naturschutzhelfergruppe, Arbeitseinsätze vor allem für Stiegenbau u.a.m. Im Rahmen seiner Mitarbeit im Landschaftsbeirat der Landesregierung Sachsen und später Rat des Bezirkes Dresden setzte er sich für die Wahrung der Interessen der Bergsteiger und des Naturschutzes vor allem der Sächsischen Schweiz ein. Durch sein unermüdliches, gefahrvolles Wirken rettete er den SBB-Gedanken über die DDR-Zeit.
Zu seinen Hobbys zählten das Sammeln von Unterlagen zur sächsischen Bergsteiger- und Heimatgeschichte und von Büchern zu den Thematiken Mineralogie, Botanik, Münzen sowie des Natur- und Landschaftsschutzes. In Auswertung seines umfangreichen Archives zur Bergsteiger- und Heimatgeschichte verfasste er 13 Bände zur Chronik der sächsischen Bergsteigergeschichte und 4 Bände sächsischer Bergsteigeranekdoten sowie Einzelbände über Gustav Kasten, Emanuel Strubich, Paul Gimmel, Hans „Naz“ Pohle, Willy Ehrlich, Oscar Pusch und über die Bergdichter Karl Emil Dittrich, Alfred Winter und Karl Lommer. Da er zu DDR-Zeiten niemals eine Druckgenehmigung dafür erhalten hätte, liegen diese Bände als Schreibmaschinen-Manuskripte gebunden als Bücher im Archiv des SBB vor.
Im Jahr 1990 wurde Friedrich Petzold postum vom wieder gegründeten SBB zum Ehrenmitglied ernannt.
| letzte Änderung: 16.04.2012 | ||
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