SBB Deutscher Alpenverein
Sächsischer Bergsteigerbund

DAV
Sächsischer Bergsteigerbund    


Ehrenvorsitzender des SBB

Uli Voigt

Dr. Ulrich Voigt  *04.01.1934 in Dresden

Erster Vorsitzender des SBB vom 25.05.1990 bis 22.05.2002

1945 verloren seine Eltern beim Bombenangriff auf Dresden Wohnung und Eigentum, was seine mentale Entwicklung stark beeinflusst hat. Zu diesem Zeitpunkt besuchte er das Realgymnasium und beendete 1952 die Schulzeit mit dem Abitur an der Kreuzschule Dresden. Das Studium der Physik schloss er mit der Diplomarbeit am Institut für Mathematische Physik der TU Dresden im Jahr 1959 ab. Danach war er vier Jahre Assistent am Institut für Experimentalphysik der TU. Ulrich Voigt begann die Arbeit an seiner Dissertation auf dem Gebiet der Glaziologie. Anschließend war er der einzige hauptberufliche Glaziologe der DDR. 15 Monate verbrachte er bei zwei Expeditionen in Spitzbergen. Die Streichung der Forschungsmittel für Glaziologie zwang ihn, sich nach einem neuen Arbeitsgebiet umzusehen, was er im wissenschaftlichen Bibliothekswesen fand. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter arbeitete er bis 1986 an der Bergakademie in Freiberg. Politische Gründe führten zur Aufhebung des Arbeitsvertrages und Arbeitslosigkeit, bis durch Einwirkung des damaligen Dresdner Oberbürgermeisters eine Beschäftigung an der Sächsischen Landesbibliothek als Fachreferent Sachsen und Verantwortlicher für die Sächsische Bibliographie bis zum Renteneintritt im Jahre 1999 erfolgte. Das Verfahren der im Jahr 1976 an der TU Dresden  eingereichten Unterlagen zur Promotion wurde aus politischen Gründen nicht eröffnet. Die Rehabilitation und Promotion zum Dr. rer. nat. im Jahr 1992 konnten die Defizite seiner Berufslaufbahn in der DDR nicht mehr ausgleichen.

Seit seinem 15. Lebensjahr ist er aktiver Bergsteiger, Sänger und Skiläufer, Mitglied des TK Berglust 06 seit 1952, der Bergfinken seit 1951, Ehrenmitglied des Bergsteigerchores Sebnitz seit 2003.
Beim Bergsteigen lernte er seine Frau Anita kennen, die er 1961 heiratete. Seine vier Töchter sind auch dem Bergsteigen verfallen. Sein Motto:„Wer einmal in der Sächsischen Schweiz klettert, kommt immer wieder“. Mehr als hundert Mal saß Ulrich Voigt auf dem Gipfel des Rauschensteines, seines Lieblingsberges. Zu DDR-Zeiten hatte er in der damaligen Bergsteigerorganisation verschiedene Fachfunktionen inne. Für weitergehende Funktionen war er in der DDR infolge seiner konsequenten christlichen Haltung ungeeignet. Ulrich Voigt wurde für seine aktive Naturschutzarbeit in der Sächsischen Schweiz in den 1960er Jahren mit der goldenen Aufbaunadel und dem Naturschutz-Abzeichen geehrt.
Nach dem Mauerfall wurde aus dem gesellschaftlichen Außenseiter ein engagierter Mensch für den Sport und die Heimat. Am 25. Mai 1990 wird er als 1. Vorsitzender des wieder gegründeten SBB gewählt, dessen Wirken er in diesem Amt für 12 Jahre  begleitet. 1992 wurde er der 1. Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen des Deutschen Alpenvereines e.V., saß 10 Jahre lang als einziger ostdeutscher Vertreter im Hauptausschuss des DAV, acht Jahre im Ausschuss „Umwelt und Sportstätten“ des Landessportbundes Sachsen, bei dem er als Präsident des Landesfachverbandes Bergsteigen Haupausschussmitglied ist. In Diskussionen um die Nationalparkregion Sächsische Schweiz hat er sich im Dreiecksgeflecht von Sport, Naturschutz und Gesellschaft den Ruf eines „ausgleichenden Schlichters“ erworben. Als legitimierter Sprecher der sächsischen Wander- und Bergsportverbände bewirkte er die Gründung der „Arbeitsgruppe Wanderwege Sächsische Schweiz“ beim Umweltministerium und wurde in den „Sachverständigenrat“ der Nationalparkregion berufen. Seine Haltung dazu: „Vernünftige Entscheidungen erreicht man nur durch Konsens. Es gibt keine gute Lösung bei der nur eine Seite gewinnt. Ein Kompromiss schmerzt immer, aber man muss den Menschen begreiflich machen, dass sie nicht vielleicht 10 Prozent ihres Zieles verlieren, sondern 90 Prozent gewinnen.“ Dies hat ihm Respekt und Anerkennung eingebracht. Im Jahr 2002 wird er zum Ehrenvorsitzenden des SBB ernannt und im Jahr 2003 mit der goldenen Ehrennadel des SBB ausgezeichnet. Im Jahr 2002 erhält Ulrich Voigt aus der Hand des sächsischen Ministerpräsidenten den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Gewürdigt wird damit, dass er sich über Jahrzehnte hinweg für Sachsens Kletterer stark macht, sich für die Pflege der Tradition einsetzt, den Umweltschutz im Nationalpark Sächsische Schweiz unterstützt und die Ziele des DAV tatkräftig vertritt. Der Landessportbund Sachsen ehrt ihn im Jahr 2006 mit der Ehrenplakette, die als höchste Auszeichnung für langjährige, verdienstvolle Tätigkeit bei der Entwicklung des Sports verliehen wird.
Am 09. Januar 2010 erhielt Dr. Ulrich Voigt bei der Sächsischen Sportlergala den Preis für das Lebenswerk.


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