SBB Deutscher Alpenverein
Sächsischer Bergsteigerbund

DAV
Sächsischer Bergsteigerbund    


Ehrenmitglieder des SBB

Willy Häntzschel

* 11.3.1906 in Postelwitz
† 18.09.1993 in Waltersdorf

Willy Häntzschel wurde als Sohn eines Schiffers geboren und hatte vier Geschwister. Nach der Schulzeit erfüllte sich ihm leider nicht der Berufswunsch eines Schiffers. Er erlernt den Beruf eines Tischlers, in welchem er 1938 die Meisterprüfung ablegt. 1940 verlor er bei der beruflichen Tätigkeit zwei Finger und hatte damit das große Glück, nicht als Soldat eingezogen zu werden. 1943 heiratet er seine Else, geb. Fischer. Ab 1945 übernahm er selbständig eine Tischlerei, die er 1950 wieder aufgab und eine leitende Stellung in einer Möbelfabrik übernahm.

Dem Bergsteigen, Turnen und Skilaufen wendet er sich im Jahr 1922 zu. Er wird Mitglied im Kletterverein “Bergfreund 1917“. Seine Lehrmeister im Felsen werden Rudi Meyer, Paul Illmer und Kurt Heinicke, unter deren Anleitung er zu einem verantwortungsbewussten Bergsteiger wurde. Er gehört auch dem SBB an und im fortgeschrittenen Alter ist er Mitglied im Verein „Alte vom Berge“.
Willy Häntzschel gehörte im Elbsandsteingebirge zu den herausragendsten Erschließerpersönlichkeiten der dreißiger und vierziger Jahre. Im Jahr 1933 hatte er mit seinen ersten bedeutenden Neutouren auf sich aufmerksam gemacht. Allen voran der Häntzschelweg am Falkenstein,Schwierigkeitsgrad VIIb. Im September 1939 löste er eines der meistumworbenen Erschließungsprobleme im Elbsandsteingebirge, die Schrammtorwächter-Nordwand. Verbissen wurde um diese Route über Jahre gekämpft und mit Schwierigkeit VIIIb kratzte diese an seiner bis dahin erreichten Leistungsgrenze. Seine 5 geschlagenen Sicherungsringe stellten einen damals nicht üblichen Grenzfall („Sündenfall“) dar. Gelungen war die Besteigung erst mit Hilfe einer hinzugekommenen Baustelle. Es war eine Riesenbaustelle (3 Bauleute übereinander) auf halber Höhe der riesigen Wand. Der Weg wurde infolge der 5 Ringe unter Kletterfreunden scherzhaft „Olympiawand“ genannt.
Im Kriegsjahr 1944 glückte ihm mit dem Herbstweg am Hohen Torstein, Schwierigkeit VIIIa,  erneut ein extrem schwieriger Aufstieg. In den Nachkriegsjahren folgten mit Nördlicher Osterturm-Nordwand, Falkenstein-Jubiläumsweg, Winklerturm-Nordostwand und Flachsköpfe-Nordriß weitere bedeutende Erstbegehungen. Es gelangen ihm in den Jahren 1923 bis 1951 insgesamt 21 Erstbegehungen, 11 Zweitbegehungen und sechsmal war er an Begehungen neuer Wege beteiligt.
Im Jahr 1990 ernannte ihn der wieder gegründete SBB zu seinem Ehrenmitglied.


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