Logo des SBB SBB
Der Sächsische Bergsteigerbund
DAV
Sektion des Deutschen Alpenvereins
zur�ck | Hauptseite | hoch SBB - Klettern -Weltweit - Tourenberichte - ...

Tourenberichte



Eine Exkursion in den Winter

Von Gunter Seifert

Auch in diesem Jahr stand Anfang September eine Busfahrt in die Alpen auf dem Plan der Sebnitzer Ortsgruppe des SBB. Mittlerweile war es die 14. Fahrt in Folge. Der Bus war mit 50 Teilnehmern voll ausgelastet. Ziel war Maurach am Achensee im österreichischen Bundesland Tirol. Maurach ist der ideale Ausgangspunkt für Touren in die Gebirgszüge Karwendel und Rofan.
Die Vorzeichen in Sachen Wetter waren nicht die besten. Am Anreisetag gab es anfangs noch respektables Wetter, je weiter wir aber in Richtung Alpen fuhren, desto mehr verschlechterte sich die Situation. Als es ins Tegernseer Tal ging, sahen wir die Bescherung: oben alles weiß, Schneelage ab etwa 950 m Höhe. Nach dem Achenpass wurden die Aussichten noch trüber. Außer Nebel und Schnee war in den Höhenlagen nichts zu sehen.
Nach Ankunft und Einweisung im Hotel und einem hervorragenden Abendessen sah die Welt wieder etwas besser aus. Der Wirt war sehr vorsichtig mit seiner Wetterprognose für die nächsten Tage. Er konnte aber auch nichts daran ändern, dass sich der Wettergott anscheinend gegen uns verschworen hatte und sich auch nicht umstimmen ließ.
Am nächsten Morgen, wie die ganze Nacht hindurch, Dauerregen. Also Berge ade und ab ins Tal! Ausweichziel waren die „Kristallwelten“ in Wattens im Inntal. Wahrscheinlich hatten alle Urlauber aus ganz Tirol die gleiche Variante gewählt, sonst wären da nicht Hunderte von Autos und noch viel, viel mehr Menschen vor Ort gewesen. Trotzdem lief alles geordnet ab und jeder konnte sich in Ruhe alle 13 Ausstellungsräume dieser außergewöhnlichen Schau ansehen, Draußen erwartete uns wieder Regen, der uns den ganzen Tag über treu blieb. Da dadurch unsere Aktivitäten doch sehr eingeschränkt waren, gab es im Hotel einen zünftigen Spielenachmittag, der allen viel Freude bereitete.
Da es am folgenden Tag immer noch regnete, ging es mit dem Bus erneut ins Inntal hinab; das historische Silberbergwerk in Schwatz war unser Ziel. Mit der Grubenbahn ging es fast einen Kilometer in den Berg hinein. Die reichlich zweistündige Führung war für alle ein besonderes, nicht alltägliches Erlebnis. Im Schwatzer Bergwerk, im Mittelalter das größte Bergwerk der Welt, wurden neben Silber-, Kupfer- und Bleierzen auch noch weitere wertvolle Mineralien abgebaut. Zu den Blütezeiten waren bis zu 12.000 Bergleute gleichzeitig beschäftigt.
Als alle wieder am Bus waren, hatte es endlich aufgehört zu regnen, was sich sofort an der Stimmung bemerkbar machte. Es ging wieder hinauf an den Achensee nach Pertisau und über eine Mautstraße durch das Falzthurntal zur Gramaialm, wo die Straße endet. Da im gesamten Tal reichlich nasser Schnee lag, waren alle Versuche, Höhe zu gewinnen, vergeblich. Schnee- und Erdrutsche ließen auch keine kleinen Wanderungen zu. Nach einer knappen Stunde fanden sich alle in der urigen Kas- und Speckalm nahe der Gramaialm ein und erlebten einen recht geselligen Nachmittag bei frischem Almkäse, Tiroler Speck und manchem hochprozentigen Tropfen. Das alles geschah in der Hoffnung, dass man uns wenigstens am dritten und letzten Tag mal die Sonne zeigt, die wir bisher noch nicht gesehen hatten.
Am Sonnabend war es morgens tatsächlich trocken und alle waren guter Hoffnung. Sofort nach dem Frühstück ging es hoch hinaus. Eine größere Gruppe machte sich zur Rofanseilbahn auf, um nach oben zur Erfurter Hütte zu fahren. Andere machten sich auf den Weg nach Pertisau, um eine Rundfahrt auf dem Achensee zu unternehmen. Eine dritte Gruppe ließ es sich nicht nehmen und begab sich mit der historischen Achenseebahn auf eine unvergessliche Fahrt. Diese Bahn verkehrt von Jenbach im Inntal bis zur Station Seespitz bei Pertisau. Sie ist die älteste dampfgetriebene Zahnradbahn der Welt und fährt noch heute mit den beiden Lokomotiven, die bei der Einweihung 1889 in Betrieb genommen wurden. Für Freunde von Dampfeisenbahnen ist die Bahn ein absoluter Höhepunkt. Die Rofanseilbahn-Gruppe hatte nicht das große Glück, da oben alles im Nebel steckte und alle Wege wegen akuter Lawinengefahr gesperrt waren.
Auf alle Fälle kamen alle Teilnehmer, was sie auch an diesem Tag unternommen hatten, voll auf ihre Kosten und konnten die Achenseeregion noch mit ein paar Sonnenstrahlen erleben. Am späteren Nachmittag konnte man sogar bei herrlicher Sonne und recht guter Sicht vor dem Hotel gemütlich Kaffee trinken. Nach dem Abendessen gab es im Hotel einen lustigen und aufgelockerten Musikabend mit Tanz, bei dem alle noch nicht verbrauchten Kräfte mobilisiert werden konnten. Am nächsten Tag, einem Sonntag, hieß es dann nach dem Frühstück Abschied nehmen und die Heimreise antreten.
Wenn wir das Wetter fast die ganze Zeit auch nicht auf unsere Seite ziehen konnten, so war es doch wieder eine schöne Fahrt, an die sich alle Teilnehmer bestimmt gern erinnern werden.


zur�ck | Hauptseite | Seitenanfang | Impressum | Suchen letzte Änderung: 08.05.2009